Müllertraditionen
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Rund um die
Bederkesaer Mühle
1934


Ölgemälde von H. Volckmann

 

 

 

Mühle...
im Mondschein

 


... im Winter

 

 

 

 

 

Das Müllerwappen

Das Wappen der Müllerinnung gibt es erst seit dem Bestehen der Müllerzünfte. Diese sind regional sehr unterschiedlich entstanden.
Als es noch nicht so viele Müller gab, gehörten diese vor der Gründung eigener Zünfte teilweise der Zimmermanns- und teilweise der Bäckerzunft an. So stammen wohl die beiden Löwen aus dem Bäckerwappen. Dort stützen sie sich auf eine Brezel, jetzt auf einen Mühlenstein. Das Zahnrad im Hintergrund soll vermutlich das große Stirnrad darstellen, das sich in allen Mühlen an zentraler Stelle befindet.
Zirkel, Winkelmaß und Lot benötigt man sowohl beim Bau einer Mühle als auch zum Ausmessen der Furchen und Mahlbalken auf dem Mühlstein. Die davor gelagerte Walze gibt einen Hinweis darauf, dass in Großmühlen schon seit langer Zeit das Getreide zwischen zwei horizontal mit unterschiedlicher Geschwindigkeit laufende Walzen aus Metall oder Pozellan zerkleinert wurde.


Der Müllergruß  "Glück zu"

"Besten Gruß vom letzten Meister und Gesell", so lautete der vollständige Gruß eines wandernden Müllergesellen bei der Ankunft an einer Mühle. Für jeden, der Meister werden wollte, war es notwendig, nach den Lehr- noch einige Wanderjahre abzuleisten. Der Müllermeister entgegnete dann: "Willkommen Gesell". War Arbeit vorhanden, so konnte der Geselle in der Mühle bleiben, andernfalls erhielt er Kost und Logis für eine Nacht und nach altem Brauch am nächsten Morgen zum Abschied einen Zehrpfennig. 


Die Bederkesaer Mühlensprache

Dauerstellung           Kurze Arbeitspause         Freudenschere            Trauerschere

Die verschiedenen Stellungen der Mühlenflügel haben eine bestimmte Bedeutung. Dadurch konnten früher wichtige Nachrichten des Dorfes oder des Müllers verbreitet werden. Es entwickelte sich eine richtige Mühlensprache. So war zu erkennen, ob ein Trauerfall oder ein freudiges Ereignis -z.B. die Geburt eines Kindes- angezeigt werden sollte. Die Bauern, die ihr Korn mahlen lassen wollten, konnten an der Flügelstellung erkennen, ob der Müller eine kurze Pause einlegte oder eine längere, um beispielsweise größere Reparaturarbeiten auszuführen.
In verschiedenen Landstrichen, teilweise auch durch die verschiedenen Mühlentypen bedingt, hatten die Flügelstellungen häufig eine unterschiedlichen Bedeutung.


Das Müllerwappen

 

Adolf Vick
Der letzte Müllermeister
bis 1987


Kornhocken und Mühle